Eine Grusskarte im Briefkasten. Wer war denn da so aufmerksam? Grusskarten sind in der heutigen, schnelllebigen Zeit etwas Besonderes. Jemand nimmt sich die Zeit, sucht eine Karte aus, nimmt dann einen Stift zur Hand, um handschriftlich persönliche Worte an einem zu richten. Was sagt man dazu? Da können knapp verfasste SMS und standardisierte Mails, welche die heutige Zeit prägen, wohl nicht mithalten. Gegen eine schöne, geschriebene Karte, die noch mit dem Postboten zugestellt wird, haben solche Schriftstücke keine Chance. Oder ist das die Alternative der jungen Menschen? Egal welchen Weg sich die Grusskarte auch bahnt, „Postcards form my Heart“ kommen immer gut an. Grusskarte

Die Geschichte der Grusskarte

Wer hat sie erfunden?

Die Schweizer waren es nicht. Es waren die Chinesen. Sie wollten so, die guten Wünsche für das neue Jahr kundtun. Auch die alten Ägypter versendeten Neujahrsgrüße auf Papyrusrollen. Erst im Jahre 1760 beginnt die Geschichte der Postkarte in Europa. Frankreich führte die „Kleine Post“ ein. Die Mitteilungen aus der Weltstadt Paris waren mit einem Schlag offen lesbar. Diese Errungenschaft machte sich auch Wien zunutze und eröffnete vierundzwanzig Jahre später die „Kleine Post“. Die unverschlossene Mitteilung konnte bald darauf ihren Siegeszug um die Welt antreten.

Die Grusskarte und die Briefmarke

Im Jahre 1840 gesellten sich die Briefmarken zu den Grusskarten. Denn zuvor wurden die Karten per Boten ausgeliefert. Dank der Marken konnten unzählige Karten nun auf Reise geschickt werden. Somit hat sich eine ganz neue Kommunikationsform ermöglicht, die sich bis heute bewährt.  

Mit einer Weihnachtskarte wurde der Anfang gemacht

Im Dezember 1843 gab der Brite Henry Cole dem Künstler John Callcott Horsley den Auftrag, für ihn eine Grusskarte mit folgenden Worten: „Merry Christmas and a Happy New Year to You“, zu entwerfen. Die gedruckte und anschließend handkolorierte Karte stellte die Form eines Altarbildes dar, die dem Empfänger Fröhlichkeit und Heiterkeit vermittelten sollte. Sir Henry Cole liess seine gedruckte Karte vervielfältigen. Die Auflage wurde auf tausend Stück gesteigert. Da der Brite Henry Cole für den Eigenbedarf nur eine geringe Anzahl an Karten benötigte, wurden die restlichen verkauft. So wurden festliche Grüße an Familie und Freunde verschickt und die ersten kommerziellen Weihnachtskarten sind somit entstanden. Die erste illustrierte Postkarte kam viel später, im Jahre 1871 kam diese auf dem Markt. In der Schweiz und im europäischen Raum gewann die Tradition der Weihnachtskarten erst nach dem Ersten Weltkrieg Bedeutung. Louis Prang, ein Amerikaner, der die Drucktechnik beherrschte, produzierte die ersten Weihnachtskarten im Jahr 1874. Er nutzte zwanzig verschiedene Farben und verbesserte den Farbdruck. Bereits sechs Jahre später stellte Louis Pranger mehr als fünf Millionen Glückwunschkarten im Jahr her. Als Vater der amerikanischen Christmas Card gilt der einstige Drucker bis heute.
Die erste Weihnachtskarte, beauftragt durch Henry Cole (Sammlung Dr. Alan Huggins)

Die erste Weihnachtskarte, beauftragt durch Henry Cole (Sammlung Dr. Alan Huggins) // John Callcott Horsley, London

Postkarten erzählen Geschichten

Wenig später gewann die Grusskarte mit diversen Motiven an Bedeutung. Bilder sollten die Stimmung wiedergeben, die der Absender nicht in Worte fassen konnte. Darum wurde auf die Vielfalt der einzelnen Themenkarten zurückgegriffen. Der besonderen Aufmerksamkeit galt nun den unterschiedlichen Bildpostkarten. Eine kurze Mitteilung war schnell verfasst. Oder doch lieber ein netter Spruch? Der mit dem passenden Motiv der Karte untermalt wurde. Egal ob es sich um eine filigrane, mechanische Karte handelt oder ob es eine einfach gehaltene Ansichtskarte ist, Grusskarten erfreuen die Gemüter bis heute. Darum werden sie auch heute noch zahlreich verschickt und lassen sich von technischen Neuerungen nicht verdrängen. Denn für alle Anlässe gibt es eine passende Grusskarte. Zum Jubiläum, zu Ostern, zum Ruhestand, zum Geburtstag, zum Valentinstag, zu Silvester, zur bestandenen Prüfung, zum Namenstag, … die Liste ist lang. Aber es steht mit großer Gewissheit fest, die meisten Karten werden noch immer zu Weihnachten versendet. Nicht nur Privatpersonen bedienen sich der Macht der Karten, auch Firmen und Unternehmen wissen, um die Bedeutung von effektvollen Grusskartenmitteilungen. Denn Grusskarten wecken Emotionen und vermitteln dem Empfänger das Gefühl, wie wichtig er einem ist.