Die Goldene Hochzeit wird nach 50 gemeinsamen Ehejahren gefeiert und dies meist in großer Runde. Das Jubilantenpaar ist gemeinsam mit seinen Gästen älter geworden und sollte dementsprechend gewürdigt werden.

50 Ehejahre

Wird der Brauch einer Hochzeitstagszeitung zelebriert, passen neben lustigen Anekdoten aus 50 gemeinsamen Ehejahren und dem Abdruck der Ehegelübde auch gut Sprüche und Aphorismen in das Heft, die ein wenig Rückschau halten und dem Jubelpaar Respekt und Hochachtung zollen, aber auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern:

„Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft.“ – Friedrich Nietzsche

„Liebe hat kein Alter, sie wird ständig neu geboren.“ – Blaise Pascal

„Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.“ – Johann Wolfgang von Goethe

„Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst.“ – Victor Hugo

„Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe schützt bis zu einem gewissen Grade vor Alter.“ – Jeanne Moreau

Werden bei den Feierlichkeiten Gedichte vorgetragen, sollte der Klassiker von Franz Grillparzer auf keinen Fall fehlen.

Zur goldenen Hochzeit
Golden, silbern, eisern, ehern
Nennt die Alter man der Welt,
Und zum niedern von dem höhern
Schreitet fort sie, wird erzählt.
Doch der Mensch in unsern Tagen
Sieht die Alter sich verkehrt!
Jugend, sie schon Sorgen plagen,
Zeigt nun eisern ihren Wert.

Erzgewappnet geht das Leben,
Selbst die Liebe wird zum Streit,
Und dem stets erneuten Streben
Liegt der Ruhe Glück so weit.

Erst nach durchgekämpften Jahren
Lacht das Schicksal wieder hold,
Und mit Silber in den Haaren
Wird die Zeit, die Ehe – Gold.
– Franz Grillparzer

Für verheiratete Enkelkinder

Hat eines der Enkelkinder vor kurzem erst selbst geheiratet, eignet sich auch sehr gut das Gedicht ‘Familiengemälde’ von Anastasius Grün:

“Großvater und Großmutter,
Die saßen im Gartenhag,
Es lächelte still ihr Antlitz
Wie sonn’ger Wintertag.

Die Arme verschlungen, ruhten
Ich und die Geliebte dabei,
Und blühten und klangen die Herzen
Wie Blumenhaine im Mai.

Ein Bächlein rauschte vorüber
Mit plätscherndem Wanderlied,
Stumm zog das Gewölk am Himmel,
Bis unseren Blicken es schied.

Es raschelte von den Bäumen
Das Laub, verwelkt und zerstreut,
Und schweigen an uns vorüber
Zog leichten Schrittes die Zeit.

Stumm blickte aufs junge Pärchen
Das alte stille Paar;
Des Lebens Doppelspiegel
Stand vor uns licht und wahr:

Sie sah’n uns an und dachten
Der schönen Vergangenheit;
Wir sah’n sie an und träumten
Von ferner künft’ger Zeit.“
– Anastasius Grün

Gibt es kleine Kinder in der Familie, können diese das Gedicht auch entsprechend verkleidet als lebendiges Bild untermalen, und damit für eine heitere Atmosphäre sorgen. Wer es ein wenig moderner mag, wählt ein zeitgenössisches Gedicht, etwa von Elmar Rieder:

Goldene Hochzeit

50 Jahre!

Am Anfang steht der Traum vom Glück,
zu zweit will man es wagen.
Vorwärts jetzt, nie mehr zurück,
doch wer hat jetzt das Sagen?

Es heißt, des Mannes starke Hand
steuert über alle Meere.
Doch haben Frauen den Verstand,
dass es sich nicht verkehre.

Durch diesen kleinen Unterschied
bemerkt man oft nach kurzer Zeit –
man singt nicht mehr dasselbe Lied.
…und sich der Weg entzweit.

Doch ihr seid aus besondrem Holz,
und auch das Schicksal ist euch hold.
Auf 50 Ehejahre schaut ihr stolz –
und das ist wertvoller als Gold.

So mancher fragt sich leicht verwundert –
wie geht das nur so lange Zeit?
Ein Herz, eine Seele, ein halbes Jahrhundert!
Das ist keine Kleinigkeit.

Das sind bald 440.000 Stunden,
die ihr gemeinsam verbracht,
so manches Tief überwunden,
so manche tiefdunkle Nacht.

Möge Gottes Hand und Segen
für immer euch begleiten.
Wir wünschen euch ein langes Leben
und immer gute Zeiten.
– Elmar Rieder