In unserer schnelllebigen Zeit, erfordert eine harmonische Ehe viel Aufmerksamkeit und ist – zumindest nach der ersten Phase der Verliebtheit, auch eine tägliche Aufgabe. Umso schöner ist es, wenn diese Arbeit Früchte trägt, und die Ehe Bestand hat. Dann ist die Zeit gekommen, das Jubilantenpaar nach Herzenslust zu befeiern und hochleben zu lassen.

Bereits nach fünf Jahren feiern einige Paare die Hölzerne Hochzeit, da sich gezeigt hat, dass ihre Beziehung auch nach den ersten gemeinsamen Jahren und trotz des Alltags Bestand hat. Wird in größerer Runde gefeiert, darf man als Gast sowohl auf Holz klopfen, als auch dem Paar mit einer fröhlichen oder humorvollen Rede alles Gute wünschen:

„Fünf Jahre sind vollbracht,
trotz manch’ durchwachter Nacht
und ein, zwei kleinen Krisen,
lasst Ihr’s euch nicht vermiesen
Denn Eure Ehe ist wie Bambus im Wind
Stabil und glücklich,
vielleicht bald mit Kind?!“
– T.Bringewatt

Wenn es sich um ein Paar mit einer stürmischen Beziehung handelt, passt auch das folgende Gedicht von Sibylle Schwarz hervorragend. Am besten wird es von dem Brautvater oder einem Großelternteil vorgetragen, da diese die Wirkung der humorvollen Zeilen mit der Würde des Alters unterstreichen können:

Getreue Liebe steht / wenn alles kracht und bricht /
Getreue Liebe bleibt getreu in allen Nöhten /
Getreue Liebe liebt auch einen nur allein /
Getreue Liebe kann nicht Wetterwendisch seyn.
– Sibylle Schwarz

Auch Gotthold Ephraim Lessing betrachtet das Eheleben mit einem Augenzwinkern:

Das Muster der Ehen

Ein rares Beispiel will ich singen,
Wobei die Welt erstaunen wird.
Daß alle Ehen Zwietracht bringen,
Glaubt jeder, aber jeder irrt.
Ich sah das Muster aller Ehen,
Still, wie die stillste Sommernacht.
Oh! daß sie keiner möge sehen,
Der mich zum frechen Lügner macht!

Und gleichwohl war die Frau kein Engel,
Und der Gemahl kein Heiliger;
Es hatte jedes seine Mängel.
Denn niemand ist von allen leer.

Doch sollte mich ein Spötter fragen,
Wie diese Wunder möglich sind?
Der lasse sich zur Antwort sagen:
Der Mann war taub, die Frau war blind.
– Gotthold Ephraim Lessing

Dieses Gedicht kann ebenfalls sehr gut von einer langjährig verheirateten Person zum Besten gegeben werden, da dies die Komik noch besser zum Ausdruck bringt. Die Mutter des Bräutigams oder eine Patentante eignen sich hier besonders gut.

Mit Humor

Wer sich des Humors seiner Freunde ganz sicher ist, darf sie auch gern ein wenig necken und auf den Arm nehmen, wie mit dem Gedicht des österreichischen Dichters Ignaz Vincenz Franz Castelli:

Ein Leib sind Mann und Weib!
Kein Sprichwort ist so wahr.
Bewiesen wird es uns
durch manches Ehepaar;
denn er ist sie, und sie ist er,
er ist das Weib und sie der Herr.
– Ignaz Vincenz Franz Castelli

Schön ist es auch, wenn die damaligen Trauzeugen einen Toast auf das Paar ausbringen, etwa mit einem treffenden Spruch, der sowohl humoristisch als auch tiefgründig sein kann:

„Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht.“ – Heinz Rührmann

„Liebe: Ein Handel, wobei beide Parteien gewinnen.“ – Georg Christoph Lichtenberg

Geht man dann noch raffiniert auf die typischen Stolperfallen in der Ehe ein, die jeder der Anwesenden kennt, hat man die Lacher auf seiner Seite:

„Richtig verheiratet ist der Mann erst dann, wenn er jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat.“ – Alfred Hitchcock

Auch ein Ausblick in die gemeinsame Zukunft macht sich bei einer kleinen Rede sehr gut, etwa mit dem berühmten Zitat von Atoine de Saint-Exupery:

„Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt.“